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Diabetesforschung: Zuerst Insulinresistenz, dann Entzündung

Neue Studie stellt ein Paradigma der Diabetesforschung auf den Kopf.

Das weltweit renommierte Fachmagazin JCI The Journal of Clinical Investigation hat kürzlich eine Studie veröffentlicht, die ein Paradigma der Diabetesforschung auf den Kopf stellt. Die Publikation ist ein wichtiger Schritt für nachfolgende Studien und mögliche spätere Therapieansätze:

Übergewichtige haben oftmals eine Insulinresistenz, eine Art Vorstufe zu Diabetes. Schon lange war bekannt, dass sich bei übergewichtigen, insulinresistenten Patienten im Fettgewebe Entzündungszellen finden lassen. Doch was kommt zuerst? Die Insulinresistenz oder die Entzündung? 

Die Forschung ging bisher davon aus, dass die Entzündungsreaktion im Fettgewebe zur Insulinresistenz führt. Mitsugu Shimobayashi konnte nun mit seiner Studie zeigen, dass es sich umgekehrt verhält: Die Insulinresistenz tritt zuerst auf, dann die Entzündung. Die Fettzellen werden diabetisch, also insulinresistent, was zu einer Entzündung führt. Wie Mitautor und mehrfach ausgezeichnete Entdecker des Proteins TOR, Prof. Mike N. Hall, sagt, wirft diese Erkenntnis wieder neue Fragen auf: Was verursacht Diabetes und in der Folge die Entzündung? 

Diese mTOR-Studie ist ein klassisches Beispiel einer «translationalen Forschung» zwischen Forschenden des Biozentrums und Forschenden des Claraspitals. Untersucht wurde im Fettgewebe von Mäusen und Menschen der Signalweg des Proteins TOR, das an vielen Krankheiten wie beispielsweise Adipositas beteiligt ist und eine zentrale Rolle beim Zellwachstum spielt. Das Claraspital Magazin ClaraFormat Forschung hat darüber ausführlich berichtet.

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